Wenn Sie Ihre Forschung in einem Emoji beschreiben müssten – welches wäre es und warum?
Der zwinkernde lächelnde Smiley. Man sollte seine Arbeit und die Wissenschaft selbst zwar wichtig, aber auch nicht zu ernst nehmen. Außerdem wird man als Wissenschaftlerin oft belehrt, belehrt aber auch regelmäßig andere und erlebt viele Aha-Momente, das drückt das Zwinkern für mich auch aus. Aber der Smiley lächelt auch, das passt dazu, dass mir die Arbeit meistens Spaß macht, und wenn nicht, sollte man es mit Humor nehmen und sich nicht zu viele Sorgen machen. In der Wissenschaft, aber auch in der Lehre gehört es dazu, dass mal etwas schiefläuft, man vielleicht sogar scheitert, daran sollte man aber nicht verzweifeln, sondern bestenfalls schlauer aus der Situation herausgehen😉.
Was überrascht Menschen meist, wenn sie von Ihrem Beruf erfahren?
Menschen, die selbst nicht an einer Universität arbeiten sind oft sehr überrascht, dass ich in den Semesterferien nicht einfach frei habe, schließlich sind doch keine Vorlesungen. Unabhängig davon haben viele Menschen keine genauere Vorstellung, was man als Wissenschaftlerin macht. Viele sind dann überrascht, wie vielfältig die Themen und Aufgaben sind und wie wissenschaftliche Studien ablaufen, wie viel Arbeit dies ist und wie lange es dauert- und letztlich, dass man danach trotzdem noch nicht alles weiß, sondern nur einen Teil der Problemstellung, die man untersucht, erklären kann.
Was ist so schön an Göttingen? Das Gänseliesel küssen zählt nicht!
Mir gefällt, dass die Stadt durch die Studierenden sehr jung ist. Ich finde aber auch die Größe gut, vieles kann man im Notfall noch zu Fuß erledigen, man muss nicht stundenlang in einer überfüllten Bahn fahren, um in die Stadt oder zur Arbeit zu kommen. Ich finde aber auch die Wälder, um die Stadt herum sehr schön, man ist schnell in der Natur, hat in Göttingen aber selbst auch zumindest ein bisschen Stadtfeeling.
Welcher Moment in Ihrer wissenschaftlichen Laufbahn hat Sie besonders geprägt?
Es sind mehr Personen, als ein konkreter Moment. Zu den wichtigsten gehören da sicher Herr Marggraf, bei dem ich promoviert habe und der hier vor Frau Wollni den Lehrstuhl für Ressourcenökonomik geleitet hat. Aber auch Gabriele Rosenthal, vom ehemaligen Methodenzentrum der Sozialwissenschaften und Micha Strack, eine Psychologin, die ich schon aus meinem Studium kannte und mit der ich später auch in meiner Doktorandenzeit viel zusammengearbeitet habe. Ich habe ursprünglich mal Sozialwissenschaften studiert, daher die Verbindung zu Micha Strack und Gabriele Rosenthal. Der Abschluss meiner Promotion und meiner Habilitation sind aber natürlich auch Momente, die man nicht vergisst und in denen ich auch viel gelernt habe, z. B. ruhig und sachlich zu bleiben, sich auf sich selbst zu verlassen und auch, dass man mehr schaffen kann, als man sich selbst einmal zugetraut hat, wenn man es nur ernsthaft probiert.
Welche kleine Alltagsroutine ist für Sie unverzichtbar?
Irgendwas mit Schokolade morgens essen, am Wochenende mindestens einmal feiern gehen und vier Mal pro Woche zum Sport, um das alles wieder etwas auszugleichen. Außerdem: möglichst täglich zu meinem Pferd fahren, egal ob der Tag dann stressig ist.


