Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Im Alter von zehn Jahren wollte ich Meeresbiologin werden, dann bis zum Abi Archäologin, womit ich meine Klassenkameraden ungeheuer genervt habe. Dann habe ich mich aber von einem verbitterten Altassistenten in der Studienberatung an der Uni Bonn von Archäologie abbringen lassen – was ich bis heute bereue. Der Beruf der Archäologie sei nichts für Frauen und ich wolle doch wohl nicht mein ganzes Leben auf Knien verbringen… Schließlich habe ich aus Verzweiflung Haushalts- und Ernährungswissenschaften in Bonn studiert.
Wie lautet Ihr Forschungsschwerpunkt und warum ist er so interessant?
Den Lehrstuhl Soziologie ländlicher Räume an den Universitäten Göttingen und Kassel leite ich seit 2016. Mein Forschungsthema ist so relevant, weil sich die Zukunft unserer Gesellschaft auf und mit dem Land entscheidet. Denn gerade in ländlichen Räumen verdichten sich die Konfliktlinien gegenwärtiger Gesellschaften: Demographie und Daseinsvorsorge, Klimakrise und Energiegewinnung, Landwirtschaft und Tierhaltung, Ernährung und Lebensstil, Landflucht und Wohnungsnot, Migration und Populismus, soziale Spaltung und Zusammenhalt.
Was bringt Ihnen an Ihrem Beruf am meisten Spaß?
Bis heute liebe ich es, mit den Kollegen oder Studenten „ins Feld“ zu fahren, also Interviews oder Haustürgespräche zu führen. Wenn wir gemeinsam losziehen und in unseren Untersuchungsgemeinden mit den unterschiedlichsten Menschen sprechen, das ist schon etwas sehr Besonderes. Diese Tage sind aber auch furchtbar anstrengend, die vielen Eindrücke, die vielen Leben – das geht mir lange nach.
Was langweilt Sie?
Ich langweile mich nur sehr selten, es gibt ja immer so viel zu entdecken. Und unendlich viele Bücher, die ich noch nicht gelesen und Filme, die ich noch nicht gesehen habe …
Was war der beste Rat, den Sie im Studium oder Berufsleben bekommen haben?
Dranbleiben!


