Wie sind Sie an die Uni Göttingen gekommen?
Ich bin dem Ruf gefolgt.
Die Uni Göttingen war für mich schon lange ein toller Standort, mit sehr vielen Möglichkeiten, dem berühmten „Göttinger Spirit“ und einem renommierten Team an der Fakultät für Agrarwissenschaften – Teil dieses Teams zu werden war für mich eine tolle Gelegenheit, und das habe ich bisher noch nicht bereut.
Wie lautet Ihr Forschungsschwerpunkt und warum ist er so interessant?
Ich beschäftige mich mit Fragen u.a. inwiefern Klimarisiken strategische Investitionsentscheidungen für eine klimaangepasste Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Betrieben beeinflussen oder wie neue digitale Technologien eine nachhaltigere Agrar- und Ernährungswirtschaft ermöglichen. Dabei finde ich die Interaktion Mensch-Umwelt besonders interessant: z.B. reagieren viele Betriebe auf klimatische Shocks wie etwa Dürren oder Hitzeperioden. Wir wissen noch immer nicht so genau, warum manche reagieren und manche eher nicht.
Wer ist Ihr (wissenschaftliches) Vorbild?
Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Vorbilder sind für mich Persönlichkeiten, die es schaffen wissenschaftlich fundiert zu arbeiten, zur Lösung großer Probleme wie Klima und nachhaltige Landwirtschaft beitragen und dabei die Begeisterung weitergeben können.
Ein konkretes Vorbild im engeren Sinn, das habe ich nicht. Ich bewundere viele Persönlichkeiten. Inspirierend finde ich z.B. die Arbeiten von James J. Heckmann, Judea Pearl und Navin Ramankutty.
Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag bei Ihnen aus?
Im blauen Turm startet der Arbeitstag mit unserer zuverlässigsten „Mitarbeiterin“, unserer Kaffeemaschine. Danach ist es ganz unterschiedlich, Beratung mit Promovierenden, Projektdiskussionen, Texte lesen/editieren, Texte begutachten, Lehre vor- und nachbereiten, über LLMs staunen und neues lernen.
Was bringt Ihnen an Ihrem Beruf am meisten Spaß?
Dass ich in meinem Beruf neues Lernen darf, fast jeden Tag Menschen begegne, die Ideen haben und weiter voranschreiten möchten, und dass ich mit Interessierten und lernbegeisternden Menschen arbeiten darf.