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Die Landwirtschaft in Deutschland ist ein essenzieller Wirtschaftsbereich in Deutschland, gemeinsam mit der Forstwirtschaft gestaltet die Landwirtschaft über 80 % der Oberfläche Deutschlands. So übt sie einen entscheidenden Einfluss auf Böden, Gewässer und biologische Vielfalt aus. Die Green Deal-Strategie der Europäischen Union hat sich eine Reduktion des chemischen Pflanzenschutzes um 50% bis zum Jahr 2030 zum Ziel gemacht. Eine Möglichkeit die Zielerreichung zu unterstützen, bieten digitale Technologien für wissensbasierte und präzise Managementmaßnahmen. Diese technischen Innovationen wecken das Interesse der landwirtschaftlichen Praxis, insbesondere in den letzten fünf Jahren erlangten unterschiedliche spannende Konzepte und Gerätschaften praxisreife.  Hochpräzise Einzelpflanzenbehandlungen gehören bspw. zur Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland. Nur relevante Bereiche und zur richtigen Zeit zu applizieren, spart Betriebsmittel, schont Böden und Gewässer und reduziert negative Einflüsse.

Doch wie praxisreif ist Spot-Spraying in Deutschland?

Im Rahmen des BMEL-geförderten digitalen Experimentierfelds FarmerSpace veranstaltete das Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ) gemeinsam mit den Projektpartnern der Abteilung Agrartechnik der Universität Göttingen (AT, UGö) und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen am 09.02.24 einen Workshop und Kaminabend im Blockhaus Wetze um dieser Frage nachzugehen. Ziel des Workshops war eine intensive Vernetzung und Diskussion zwischen Landwirtschaft, Forschung, Herstellern innovativer Technologien und Studierenden der Agrarfakultät Göttingen. So konnten die verschiedenen Perspektiven der Akteure mit unterschiedlicher Expertise und Vorwissen ausgetauscht und gebündelt werden. Diese Bündelung ermöglichte größtmöglichen Erkenntnis für alle Akteure und ist damit eine wichtige Basis des Wissenstransfer. Weiter konnten zukünftige Forschungsfragen für das Experimentierfeld FarmerSpace zur Unterstützung digitaler Technologien in die landwirtschaftliche Praxis abgeleitet werden.

Der Workshop begann mit fachlichem Impulsvorträgen und Erfahrungsberichten zum Thema Spot-Spraying. Dazu hielten Dr. Stefan Paulus vom Institut für Zuckerrübenforschung, Sebastian Henrichmann von der AGRAVIS Technik Holding GmbH und Markus Decker von Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG Kurzvorträge von jeweils 10 Minuten aus den Blickwinkeln Forschung, Entwicklung und Anwendung. Intensiviert wurde der inhaltliche Input durch einen Poster Pitch mit Beiträgen von M.Sc. Teresa Starck (Universität Göttingen) über den Forschungsansatz ihrer Masterarbeit mit dem Titel „In Field Accuracy Assessment of the Spot-Spraying System ONE Smart Spray“ , B.Sc. Jannes Knabbe (Fachhochschule Südwestfalen) über die ersten Ergebnisse für seine Masterarbeit mit dem Thema „Herbizid-Einsparungen durch Spot-Spraying in Zuckerrüben“ und Dr. Christoph von Redwitz (Julius-Kühn-Institut) über das Projekt Better Weeds, eine wissensbasierte Standortanalyse für ein umweltgerechtes Unkrautmanagement im integrierten Pflanzenbau. Im zweiten Teil des Workshops diskutieren und reflektieren die Teilnehmenden in zwei wechselnden Gruppen über ackerbauliche und technische Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung und Implementierung in die Praxis. Geleitete wurden die Gruppen von Moderatorenteams: Dr. René Heim (IfZ) und Eike Hunze (AT, UGö) führten die Diskussion rund um ackerbauliche Herausforderungen, Dr. Stefan Paulus (IfZ) und Steffen Konnemann (AT, UGö) zu den technischen Herausforderungen.

Durch die einladende und entspannte Atmosphäre des Kaminabends und das innovative Diskussionsformat entstand ein offener Austausch und rege Diskussionen. So wurden die unterschiedlichen Bedarfe und Perspektiven aufgezeigt, abgeglichen und die Expertise aller Akteure gebündelt. Es entstanden neue Erkenntnisse, die in einem Positionspapier veröffentlicht werden. Frau Prof. Dr. Anne-Katrin Mahlein schaffte einen kompetenten Rahmen für das anspruchsvolle Thema und begleitete den Workshop mit einer integrierenden Moderation.

Text: Dr. Johanna Mörlein

Die Förderung des Vorhabens erfolgt (bzw. erfolgte) aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt (bzw. erfolgte) über die Bundesanstalt  für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen der Förderung der Digitalisierung in der Landwirtschaft mit dem Förderkennzeichen [28-D-E1.04A-18].

Kontakt

Dr. Johanna Mörlein
Institut für Zuckerrübenforschung
Holtenser Landstraße 77 | 37079 Göttingen
Telefon: +49 551  505 62 18
E-Mail: moerlein@ifz-goettingen.de
Website: www.ifz-goettingen.de

 

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